Am Sonntag, den 7. Juni, erhielten acht Lernende unserer Schule die besondere Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen eines großen Konzertprojekts zu werfen, auch wenn eine freiwillige Exkursion auf einem Sonntag für viele Lernende zunächst nach wenig Spaß klingt. Organisiert wurde der Besuch von Herrn Zwingel, Musikkollege an unserer Schule und selbst als Musiker am Projekt beteiligt. Ziel der Exkursion war es, den Schülerinnen und Schülern einen Zugang zur klassischen Musik- und Konzertkultur zu ermöglichen und ihnen Erfahrungen zu bieten, die weit über den regulären Musikunterricht hinausgehen.
Gastieren durften wir beim ORSO-Projekt, das für ein Konzert in der Berliner Philharmonie probte. Auf dem Programm standen bekannte Filmmusiken von Komponisten wie John Williams, Hans Zimmer und Ennio Morricone. Die Proben fanden im Hochmeistersaal der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Charlottenburg statt, bevor das Ensemble am folgenden Tag in der Philharmonie ihre Musik präsentierte.
ORSO („ORchestra and Choral SOciety“) steht für „Orchester und Chöre“. Der gemeinnützige Verein vereint seit vielen Jahren Musikerinnen und Musiker unterschiedlichster Altersgruppen und Hintergründe. Das Besondere an ORSO ist die Verbindung von großem Sinfonieorchester, Chor und professioneller Konzertarbeit. Die Projekte reichen von klassischer Musik bis hin zu Filmmusikproduktionen und begeistern regelmäßig ein großes Publikum.
Zu Beginn des Besuchs wurden den Lernenden verschiedene Instrumentengruppen vorgestellt. Dabei konnten sie Instrumente kennenlernen, die man im Alltag nur selten aus nächster Nähe erlebt. Von Violine, Bratsche und Kontrabass über Oboe und Querflöte bis hin zu Waldhorn, Trompete und Schlagwerk erklärten die Musikerinnen und Musiker nicht nur die Spielweise ihrer Instrumente, sondern auch deren Besonderheiten und klanglichen Unterschiede.
Die Schülerinnen und Schüler erfuhren beispielsweise, warum ein Kontrabass einen anderen Bogen benötigt als eine Violine, wie eine Oboe ihren charakteristischen Klang erzeugt oder weshalb beim Waldhorn die Hand im Schalltrichter liegt. Besonders spannend war die Möglichkeit, einzelne Instrumente selbst auszuprobieren und Fragen direkt an die Musikerinnen und Musiker zu richten.
Anschließend durften die Lernenden einer Orchesterprobe beiwohnen. Schon die ersten Takte von Hans Zimmers Interstellar sorgten für Gänsehautmomente. Anders als bei einem Konzert konnten die Schülerinnen und Schüler hautnah erleben, wie eine Probe abläuft. Sie saßen direkt hinter dem Dirigenten und beobachteten, wie einzelne Instrumentengruppen separat arbeiteten, musikalische Details verfeinert wurden und der Dirigent immer wieder auf kleinste Nuancen einging. Dadurch wurde sichtbar, wie viel Präzision, Kommunikation und Teamarbeit notwendig sind, damit aus vielen einzelnen Stimmen ein beeindruckendes musikalisches Gesamterlebnis entsteht.
Neben Interstellar erklangen Ausschnitte aus bekannten Filmmusiken wie Star Wars, Harry Potter, Drachenzähmen leicht gemacht, The Mission sowie die berühmte Twentieth Century Fox Fanfare. Besonders eindrucksvoll war dabei das Zusammenspiel von Orchester und Chor. Der Dirigent betonte dabei scherzhaft: „Der Chor hat das Sagen“, schließlich müsse man ihn jederzeit hören können.
„Ich fand es sehr interessant mal zu hören wie ein Orchester klingt. Außerdem war es schön abwechslungsreich, also nicht nur Classic sondern auch Film Musik von Filmen die ich selber sehr mag.“
Johannah, Jahrgang 10
"Das erste Mal in einer Orchester Probe zu sein und den Musikern zu schauen zu können, hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es erstaunlich, wie so viele Menschen mit unterschiedlichen Instrumenten, so harmonisch miteinander spielen können. Ich selbst spiele kein Instrument und finde daher, das jeder der das kann, außergewöhnlich ist."
Nikki, Jahrgang 10
„Der Besuch bot einen spannenden Einblick in die Instrumente, deren Aufbau und Spielweise. Besonders hat mich aber die Probe selbst mitgenommen. Das hautnahe Dabeisein mit dem Gänsehautfaktor der Stücke und dem idealen Zusammenspiel so vieler Menschen, um diese Atmosphäre zu erzeugen, war faszinierend. Mit Musik solche Emotionen hervorzurufen ist bewundernswert.“
Herr Kratz, betreuende Lehrkraft
Wir bedanken uns herzlich bei den Musikerinnen und Musikern von ORSO, die sich während ihrer Mittagspause (!) Zeit für unsere Gruppe genommen haben, beim gesamten Projektteam für die spannenden Einblicke sowie bei Herrn Zwingel für die Organisation dieses besonderen Erlebnisses. Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig, vielfältig und emotional klassische Musik und große Konzertproduktionen sein können.
Bericht/Bilder: Kaz